Wir probieren etwas Neues

Wie ihr wahrscheinlich von meinen letzten Blogeinträgen wisst, liegt unser Schwerpunkt im Bau von Schulen in entlegenen Dörfern Vietnams, um den dort lebenden Kindern einen regelmäßigen Schulbesuch zu ermöglichen.

Letzten September starteten wir ein neues Projekt, einen Online-Englischkurs für eine kleine Gruppe an Schülern aus Binh Gia, einem Bezirk in der Provinz Lang Son im Norden Vietnams. Dazu gingen wir eine Kooperation mit Strive 2 Thrive ein, einer US-amerikanischen Organisation mit Sitz in North Carolina, die die Tutoren mit Muttersprache Englisch zur Verfügung stellte. Die IT-Infrastruktur stellte die lokale Unterrichtsbehörde bei, ebenso die Lehrer, die die Gruppen bei den wöchentlich stattfindenden Kursen unterstützten.

Während in den meisten Dörfern, in denen wir Schulen bauen, nicht einmal ein Empfang für Mobiltelefone besteht, genießen die nicht entlegenen Dörfer dieses Bezirks einen funktionsfähigen Internetzugang.

Englischunterricht aus North Carolina, USA für Binh Gia, Vietnam

Da wir in diesem Feld noch keinerlei Erfahrung gesammelt hatten, beschränkten wir das Projekt trotz regen Interesses auf nur fünf Schulen mit je fünf Schülern.

Dies erwies sich als eine gute Entscheidung, da allen voran zu Kursbeginn viel Unterstützung notwendig war, da die Kinder noch keinerlei Erfahrung im Umgang mit Skype oder vergleichbaren Plattformen hatten.

Technische Probleme begleiteten uns trotz aller Anstrengungen die gesamte Kursdauer. Eine weitere Herausforderung stellte die zurückhaltende Einstellung der Schüler dar, die die angestrebte laufende Interaktion zwischen Tutoren und Schülern erschwerte. Diese Schüchternheit ist aber durchwegs verständlich, wenn man den Respekt vor dem neuen Medium, die fremde Sprache, den sonst eher vortragslastigen Unterrichtsstil in Vietnam und durchaus auch die kulturellen Unterschiede bedenkt.

Schritt für Schritt, und unter Einbeziehung der lokalen Lehrer und in laufender Abstimmung mit den Tutoren, gelang es uns jedoch, die Anfangshürden abzubauen. Letzte Woche kam es dann zur feierlichen Übergabe der Teilnahmeurkunden an die stolzen Schüler, die den Abschluss dieses Pilotprojekts darstellte.

Die Rückmeldung aller Beteiligten war deutlich positiv und die lokale Unterrichtsbehörde ersuchte bereits um eine Fortsetzung dieses Kurses.

Derzeit arbeiten wir gerade an einem Abschlussbericht und versuchen in Gesprächen mit unseren Partnern, weiteres Verbesserungspotenzial auszuloten.

Während unser Tätigkeitsschwerpunkt auch in der Zukunft der Bau von Schulen sein soll, wollen wir in Zukunft ergänzend vermehrt innovative Projekte wie dieses anbieten.

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