SAO BIEN – Wir bauen Schulen

Schulkind rechnet an der Tafel
„Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.“ – Wir bauen Schulen.

Es war im Mai 2016. Mein 6-wöchiger Aufenthalt in Hanoi war zu Ende und ich saß in einem Flugzeug der Aeroflot. Die Erfahrung, die ich während dieser Zeit als Volunteer an der Hanoi University of Industry sowie der Pascal Secondary School, aber auch in der freien Zeit gemacht habe, war so einzigartig, dass ich unbedingt bald nach Vietnam zurückkehren und mehr helfen wollte.

Winkende Kinder in HanoiWinkende Kinder in Hanoi

Thomas mit SchulkindernVolunteering an der Pascal Secondary School

Die Reise von Hanoi nach Wien dauert selbst bei guter Verbindung mehr als 14 Stunden. Das gab mir viel Zeit zu überlegen, was ich tun könnte. „Kinder“, „Bildung“, „Schulen“ kritzelte ich auf einen Informationszettel der Fluglinie, den ich bis jetzt aufgehoben habe und der für mich den Beginn eines neuen Lebensabschnitts symbolisiert.
Ich fokussierte mich auf die Idee, in entlegenen Dörfern, in denen die Kinder nur eingeschränkten Zugang zu Bildung haben, Grundschulen zu bauen. Die Frage, wie ich diese Idee umsetzen würde, würde sich beantworten, wenn ich mal in Vietnam zurück wäre, hoffte ich, und so widmete ich meine Energie der Verbreitung meiner noch etwas unausgereiften Idee.

Ich hatte das Glück, bereits zuvor bei einer gemeinnützigen Organisation tätig gewesen zu sein, auf deren Netzwerk und Infrastruktur ich in der Startphase zurückgreifen durfte.
Wenig später stand das Grundgerüst für einen neu zu gründenden gemeinnützigen Verein. Drei NGO-erfahrene Freunde sind seit der Vereinsgründung ein loyaler Vorstand, der mir viel freien Raum lässt, mich aber im richtigen Moment einbremst, wenn ich mich gerade selbst überholen will.

Und so kam es, dass ich nach nur zwei Monaten in Wien im Juli 2016 nach Hanoi zurückkehrte mit dem festen Vorsatz, meine Ideen zu verwirklichen.
Knapp vor meinem Abflug galt es noch, einen Namen für unseren Verein zu finden. Und weil mir immer wieder der Einwand begegnete, dass die paar Schulen, die wir möglicherweise bauen würden, für ein Land mit mehr als 90 Millionen Einwohnern wenig Unterschied bedeuten würden, nannten wir den Verein „Sao Bien“.

Logo von Sao BienLogo „Sao Bien“

Dies ist das vietnamesische Wort für Seestern und soll eine Erinnerung an diese alte Geschichte sein, die zeigt, wie jedes Klassenzimmer – so unbedeutend es auch für ganz Vietnam sein mag – doch für jedes einzelne Kind in diesen Schulen einen großen Unterschied machen kann:

 
Das Mädchen mit dem Seestern

Es war einmal ein alter Mann. Jeden Morgen spazierte er am Meer entlang.

Eines Tages sah er ein kleines Mädchen, das am Strand umherlief, immer wieder etwas aufhob und ins Meer warf. Als der Mann näherkam, fragte er das Mädchen: „Guten Morgen, was machst Du da?“ Das Mädchen richtete sich auf und sprach: „Ich werfe die Seesterne, die durch die Flut an Land gespült wurden, ins Meer zurück. Es ist Ebbe und die Sonne brennt. Wenn ich es nicht tue, dann sterben sie.“

Verwundert sah der alte Mann sie an. „Schau mal, wie lange der Strand ist, und wie viel Strände es gibt. Und überall liegen Seesterne! Du kannst sie unmöglich alle retten. Was ändert es, ob du da ein paar zurück ins Wasser wirfst?“

Da hob das Mädchen einen weiteren Seestern auf und lächelte: „Für diesen einen ändert es alles.“

Nach einer Erzählung von Loren Eiseley, „The Star Thrower“.

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