Dưa – dứa – dừa ? – Vietnamesisch für Anfänger

Es war im März des letzten Jahres, als ich dem Aufruf des österreichischen Außenministeriums folgte und nach Wien zurückkehrte, nichtsahnend, dass Vietnam die Corona Situation deutlich besser unter Kontrolle bringen würde als Österreich.

Diese etwas überstürzte Heimkehr beendete meinen rund vier Jahre dauernden Aufenthalt in Vietnam, bei dem ich viel über das Land und die Menschen lernen konnte. Was mir aber trotz anfänglicher Bemühungen gar nicht gelang, war das Erlernen der Sprache. Trotz zahlreicher Anläufe kam ich über das Bestellen eines Kaffees nie hinaus, und selbst dabei musste ich mich daran gewöhnen, nicht verstanden zu werden.

Dies mag zweifelsfrei auch an meinem enden wollenden Interesse, meinem mangelnden Talent für Sprachen oder meinem zu geringen Durchhaltevermögen gelegen haben, aber wohl auch an den für uns sehr ungewohnten Eigenheiten der vietnamesischen Sprache.

Vietnamesisch ist eine tonale und monosyllabische Sprache. Der monosyllabische Charakter der Sprache zeigt sich, in dem – mit Ausnahme weniger Fremdworte – alle Wörter nur eine Silbe haben, und so schreibt man auf Vietnamesisch uns bekannte Ortsnamen korrekt als „Viet Nam“ oder „Ha Noi“.

Obwohl die Sprache die gleichen Schriftzeichen verwendet wie unsere, sind es die verschiedenen Punkte, Dacherl und Stricherl unter und über den Buchstaben, die das Erlernen der Sprache für uns so schwierig machen. Außerdem ist die Betonung der Silbe, also die Höhe und der Verlauf der Tonhöhe bei der Aussprache entscheidend für die Bedeutung eines Wortes.

So kann ein einzelnes kurzes Wort – wie beispielsweise „ma“ – sechs verschiedene Bedeutungen haben, je nachdem, ob die Tonlage neutral ist, ansteigt oder abfällt, oder sich ändert.

So kann es also leicht passieren, dass man mit dem festen Vorsatz, eine Kokosnuss zu kaufen, zu einem Marktstand geht, dann aber mit einer Melone oder einer Ananas nach Hause kommt.

Auch nach vier Jahren in Hanoi kann ich weder den Unterschied in der Aussprache hören und erkennen, geschweige denn die Worte korrekt aussprechen. Im Alltag vertraute ich daher häufig auf non-verbale Kommunikation, ergänzt mit etwas Englisch.

Dies funktioniert in Hanoi recht gut, da in den Städten zunehmend mehr Wert auf Englischkenntnisse gelegt wird und man bereits an vielen Ecken Sprachschulen mit einem breiten Kursangebot findet. Als Vortragende arbeiten nicht selten westliche Backpacker, die sich mit dieser Beschäftigung ihren Vietnamaufenthalt finanzieren.

Zusätzlich versuchen viele vietnamesische Studenten mit westlichen Touristen in Kontakt zu kommen, um ihr Englisch anwenden und üben zu können. Dazu spazieren sie in Hanoi meist rund um den kleinen, zentral gelegenen Hoan Kiem See und ersuchen Ausländer um kurze Gespräche. Ich wiederum nutzte allen voran zu Beginn meines Vietnamaufenthalts diese Möglichkeit, in Kontakt mit vietnamesischen Studenten zu kommen und so mehr über Land und Leute zu erfahren.

Gänzlich anders ist die Situation außerhalb der großen Städte.

Die ethnischen Minderheiten sprechen ihre eigenen Sprachen, die teils mit Vietnamesisch nicht viel zu tun haben. Die Kinder lernen erst in der Volksschule Vietnamesisch. Ich hatte ein paar Mal die Gelegenheit, Unterrichtsstunden beizuwohnen, und es war sehr interessant mitzuerleben, wie sorgfältig die unterschiedlichen Betonungen einer Silbe geübt wurde.

Um bei Eurem nächsten Besuch in einem vietnamesischen Restaurant aber doch Eure Sprachkenntnisse zeigen zu können, will ich Euch zwei häufig verwendbare Worte mitgeben.

Xin chào (die Aussprache hörst Du auf Aussprache von xin chao auf Vietnamesisch | HowToPronounce.com) bedeutet “Hallo” und kann in fast allen Situationen zur Begrüßung verwendet werden

Cám ơn (die Aussprache hörst Du auf Aussprache von Cám ơn auf Vietnamesisch | HowToPronounce.com) bedeutet „Danke“ und wird Dir voraussichtlich ein Lächeln Deines vietnamesischen Gegenübers bescheren.

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